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Radiocäsium in Pilzen

Radiocäsium/Cs-137 in verschiedenen Pilzarten. Je nach Pilzart wird Radiocäsium unterschiedlich angereichert

 Forschungsberichte sind als PDF-file verfügbar unter: Downloads

Steinpilz mit Wegschnecke

Ergebnisse des Forschungsvorhabens “Überprüfung von Ökosystemen nach Tschernobyl hinsichtlich der Strahlenbelastung der Bevölkerung”

Ebenso wie bei den Pflanzen, unterscheiden sich auch die Pilzarten in ihren Cs-137 Gehalten. In der Abbildung 1 ist die Cs-137 Aktivität verschiedener Pilzarten von der Probefläche B1 aus dem Untersuchungsgebiet Bodenmais dargestellt dargestellt.

       Abb. 1: Cs-137 Aktivität in Pilzen, Probefläche B1 und Umgebung, Herbst 2000. Säulen = Mittelwerte, untere bzw. obere Whisker = Minimal- bzw. Maximalwerte

Durchschnittlich waren Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), mit 390 Bq/kg und Hallimasch (Armillaria mellea) mit 400 Bq/kg in der Frischsubstanz, die am geringsten kontaminierten Speisepilze. Pfifferling (Cantharellus cibarius), Steinpilz (Boletus edulis) und Rotfußröhrling (Xerocomus chrysenteron) hatten Aktivitäten von durchschnittlich 1.000 Bq/kg, im mittleren Kontaminationsbereich. Im Durchschnitt deutlich höhere Cs-137 Gehalte hatten Grauer Wulstling (Amanita spissa) und Maronenröhrling (Xerocomus badius), mit 1.700 bzw. 3.030 Bq/kg. Viel höher kontaminiert war Nadelwald-Dickfuß (Cortinarius hercynicus) mit 6.750 Bq/kg. Die Cs-137 Aktivität der unterirdisch wachsenden Hirschtrüffel (Elaphomyces granulatus) übertraf, mit durchschnittlich 25.660 Bq/kg,die aller oberirdisch wachsenden Pilzarten um ein Vielfaches.
 

In der Abbildung 2 sind die Messergebnisse der Pilze, die 2000 auf F1 in Fuhrberg entnommen wurden, dargestellt. Genau wie in Bodenmais unterschieden sich auch hier die einzelnen Arten in ihren mittleren Cs-137 Gehalten, die innerartliche Variabilität war ebenfalls hoch. Die Cs-137 Messwerte von 4 Proben Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethysta), bezogen auf Frischsubstanz, reichten von 57 bis 430 Bq/kg, bei einem Mittelwert von 170 Bq/kg. Bei 12 Proben Maronenröhrlingen wurden Cs-137 Werte zwischen 154 und 1.020 Bq/kg ermittelt.

Abb. 2: Cs-137 Aktivität in Pilzen, Probefläche F1 und Umgebung, Herbst 2000. Säulen = Mittelwerte, untere bzw. obere Whisker = Minimal- bzw. Maximalwerte

Die Reihenfolge der Cs-137 Gehalte in verschiedenen Pilzarten war auf F1 ähnlich wie auf der Probefläche B1. Am niedrigsten war die Aktivität von Parasol (Macrolepiota procera) mit 5 Bq/kg. Auch Pfifferlinge enthielten mit 97 Bq/kg erneut relativ wenig Cs-137. Da von diesen beiden Arten jeweils nur eine Probe untersucht werden konnte, sind die Messergebnisse in der Abbildung 22 nicht dargestellt. Durchschnittlich enthielten Apfeltäubling (Russula paludosa) mit 89 Bq/kg die niedrigste Cs-137 Aktivität. Deutlich höhere mittlere Aktivitätswerte hatten mit 309 Bq/kg Kartoffelbovisten, mit 354 Bq/kg Maronenröhrlinge und mit 359 Bq/kg Rotfußröhrlinge. Aus den Vorjahren liegen von den Pilzarten nicht genügend Messwerte vor, um Trends über den zeitlichen Verlauf der Cs-137 Aktivität zu untersuchen.
Auf der Probefläche G1, in Göttingen ist das Artenspektrum von Pilzen, aufgrund der Bodenverhältnisse und insbesondere wegen des hohen pH-Wertes, anders als auf B1 und F1. Bei mehreren Pilzarten lag die Aktivität, bezogen auf Trockensubstanz, unter der Nachweisgrenze von 0,5 Bq/kg, etwa bei Birnenstäubling (Lycoperdon pyriforme), Fleischiger Anis-Champignon (Agaricus silvicola) und Grauer Wulstling. Auch Röhrlinge enthielten in der Frischsubstanz nur relativ wenig Cs-137 Aktiviät: Maronenröhrlinge hatten durchschnittlich 8,8 Bq/kg (n=6), Rotfußröhrlinge 6,4 Bq/kg (n=1). Höhere Aktivitäten hatten je eine Probe Grüner Speisetäubling (Russula heterophylla) 28,4 Bq/kg und Mehlstiel-Täubling (Russula farinipes) 178 Bq/kg.
 

Bezogen auf alle 3 Untersuchungsgebiete, wurde 2000 die geringste Cs-137 Aktivität mit mit <0,5 Bq/kg in der Frischsubstanz, in Birnenstäubling, Dünnfleischiger Anis-Champignon und Grauer Wulstling auf der Probefläche G1 ermittelt, die höchste mit 34.870 Bq/kg in Hirschtrüffeln, auf der Probefläche B1.
Diese Werte sind wahrscheinlich die Minimal- bzw. Maximalwerte von Cs-137 in Pilzen in Bundesrepublik im Jahr 2000, die Aktivität variierte damit über 5 Größenordnungen. Die Abbildung 3 verdeutlicht die Spannweite der Cs-137 Messwerte bei dem Speisepilz Maronenröhrling.
 


 Abb. 3: Cs-137 Aktivität von Maronenröhrlingen in den Untersuchungsgebieten, 2000. Logarithmische Darstellung!

 

 

Die Arbeiten wurden mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit finanziert. Der Text gibt die Auffassung und Meinung des Auftragnehmers wieder und muss nicht mit der des Bundesumweltministeriums übereinstimmen.